Corona: Zustimmung zur Flugreise eines Kindes während der Pandemie

Die Absicht eines Vaters, mit seinem Kind während der Corona-Pandemie eine Reise zu den in den USA lebenden Großeltern zu unternehmen, widerspricht nicht dem Kindeswohl

In dem Verfahren des OLG Dresden, Aktenzeichen 21 UF 350/21, stritten die Eltern eines Kindes um die Berechtigung des Vaters, mit dem Kind während der Ferien ein Flugreise in die USA zu unternehmen. Das Gericht sprach sich in seinem Beschluss vom 25.06.2021 für einen zweieinhalbwöchigen Ferienumgang des Vaters aus.

Kein Corona-Risikogebiet

Nachdem das Robert-Koch-Institut die USA nicht mehr als Risikogebiet eingestuft hatte und auch keine Reisewarnung durch das Auswärtige Amt mehr vorlag, beabsichtigte der Vater mit seinem Kind nach Amerika zu reisen, um die dort lebenden hochbetagten Großeltern zu besuchen. Dieses Ansinnen stieß wohl nicht auf Zustimmung bei der getrennt lebenden Mutter, so dass der Vater einen dreiwöchigen Ferienumgang sowie die Berechtigung zu der geplanten Reise beantragte.

Das Amtsgericht wies den Antrag ab. Hiergegen legte der Vater Beschwerde ein.

Sowohl der Verfahrensbeistand des Kindes als auch das Jugendamt sprachen sich in dem Verfahren für einen zweieinhalbwöchigen Ferienumgang aus.

Die Entscheidung des OLG zur Flugreise

Dieser Empfehlung schloss sich das OLG an, da der Ferienumgang dem Kindeswohl entspreche.

Durch die Reise könnten die familiären Kontakte erhalten und vertieft werden. Dabei spiele es auch eine Rolle, dass es den Großeltern aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich wäre, nach Deutschland zu reisen. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile einer Reise während der Corona-Pandemie überwögen die positiven Aspekte für die kindlichen Entwicklung.

Weder in den USA noch in Deutschland drohten Vater und Kind eine Quarantänepflicht und der abstrakten Gesundheitsgefahr durch die Corona-Pandemie könne durch die für die Flugreise geltende Testpflicht und die Einhaltung von Hygienemaßnahmen ausreichend begegnet werden. Da die Großeltern sowie der gesamte Freundeskreis vor Ort in den USA überdies vollständig geimpft seien, erscheine es eher unwahrscheinlich, dass das Kind nicht wie geplant zurückkehren könne und hierdurch in seinem seelische Wohl gefährdet wäre.

Eine Zustimmung der Mutter zu der Reise bedürfe es darüber hinaus unabhängig davon nicht, da Fernreisen, auch in das außereuropäische Ausland, keine Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung für das Kind handele.

Weitere Blogbeiträge:

Allgemeines Zivilrecht, Vertragsklausel, Narzissmus

Narzissmus und toxische Beziehungen

Das Phänomen Narzissmus ist heutzutage in aller Munde. Dieser Beitrag stellt ein Hilfsangebot an betroffene Menschen dar und soll Mut machen, sich mit dem Thema im wahrsten Wortsinn auseinanderzusetzen.

Weiterlesen »
Erbrecht, Nachlassverzeichnis

Verjährung von Pflichtteilsansprüchen

Die Verjährungsfrist von Pflichtteilsansprüchen kann auch dann schon zu laufen beginnen, wenn zwischen den Erben und den Pflichtteilsberechtigten noch über die Wirksamkeit eines Testaments gestritten wird. Dies entschied das OLG München in seinem Urteil vom 22.11.2021, AZ.: 33 U 2768/21.

Weiterlesen »
Verkehrsrecht, Hinterbliebenengeld, Schmerzensgeld

Schmerzensgeld­ansprüche bei Unfall mit Mountainbike

Das Oberlandesgericht Schleswig hatte sich in dem Verfahren 7 U 29/16 mit Schmerzensgeldansprüchen eines verunfallten Mountainbikefahrers zu befassen. Dieser erlitt bei dem Unfall einen Bruch des Halswirbels und infolge dessen eine Querschnittslähmung unterhalb des 4. Halswirbels.

Weiterlesen »
Rechtsanwalt Spoth Familienrecht, Unterhalt, Kündigung

Ausübungskontrolle bei Unterhaltsabänderung

Mit Beschluss vom 17.03.2021 (Aktenzeichen XII ZB 221/19) hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass eine erneute, nachgeschaltete Ausübungskontrolle nach § 242 BGB in der Beschwerdeinstanz möglich ist, da nach § 238 I FamFG die Abänderung einer rechtskräftigen Unterhaltsverpflichtung wegen geänderter Tatsachen möglich ist.

Weiterlesen »

Wobei kann kann ich Ihnen helfen?

Die Kontaktaufnahme ist selbstverständlich kostenfrei und unverbindlich. Über alle Kosten werden Sie im Vorfeld von mir aufgeklärt. Erst danach entscheiden Sie, ob für Sie eine Beratung oder Beauftragung in Frage kommt. Meine Kontaktdaten finden Sie hier, rufen Sie mich an unter: 02246 / 93 21 36, unter 0202 / 607 803 oder verwenden folgendes

Andere Rechtsgebiete

Schnellkontakt-Formular

Ich sichere Ihnen zu, dass ich mich so schnell wie möglich mit Ihnen in Verbindung setze. Sie können mich auch unter den Telefonnummern 02246 / 93 21 36 oder 0202 / 607 803 erreichen.

Wir verwenden Cookies, damit Sie die Funktionen unserer Website optimal nutzen und wir Ihnen mehr Benutzerfreundlichkeit bieten können. Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung